Rauchinfiltrationen in Wohnungen

Sie riechen Rauch in Ihrer Wohnung, obwohl bei Ihnen niemand raucht? Dann ist es gut möglich, dass Zigarettenrauch (oder Rauch anderer Substanzen) aus einer benachbarten Wohnung oder einem Gemeinschaftsbereich eindringt. Dieses Phänomen ist leider weit verbreitet, vor allem in älteren oder schlecht isolierten Gebäuden.

Rauch oder Aerosole aus E-Zigaretten können auf verschiedensten Wegen in Ihre Wohnung gelangen – viele davon sind auf den ersten Blick nicht sichtbar. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie der Rauch in Ihre Wohnung eindringen kann, welche Gesundheitsrisiken damit verbunden sind und welche Lösungen es gibt.

Wie Rauch in Ihre Wohnung eindringt

Rauch findet selbst durch kleinste Öffnungen seinen Weg. Hier einige typische Infiltrationswege:

1. Risse in Wänden, Böden oder Decken

2. Türspalten: Besonders die Wohnungstür zum gemeinschaftlichen Flur kann ein Einfallstor für Rauch sein.

3. Decken und Böden: Besonders in Altbauten sind die Trennwände zwischen den Wohnungen nicht immer luftdicht. Materialien wie Holz begünstigen das Durchdringen von Luft und Rauch.

4. Fenster: Undichte oder gekippte Fenster lassen Rauch von draussen oder vom Balkon der Nachbarn eindringen.

5. Lüftungs- und Belüftungssysteme: Geteilte Schächte können Rauch zwischen Wohnungen transportieren.

6. Steckdosen, Kabelkanäle, Rohrleitungen: Auch diese Durchgänge stellen Verbindungen zwischen Wohnungen oder Stockwerken dar.

Hinweis: Je älter das Gebäude oder je schlechter die Isolierung, desto wahrscheinlicher ist es, dass Rauch eindringt.

Von Sekundär- zu Tertiärrauch

Man unterscheidet zwei Arten von Passivrauch: Sekundärrauch (Rauch, der ausgeatmet wird oder durch die Verbrennung des Produkts entsteht) und Tertiärrauch (Rauch, der sich auf Oberflächen ablagert – etwa auf Wänden, Teppichen, Möbeln – und später wieder in die Luft freigesetzt wird).

Selbst wenn niemand mehr raucht, bleibt der Rauch im Raum (Tertiärrauch):

  • Er setzt sich in Textilien, Vorhängen, Teppichen und Wänden fest.
  • Er kann über Lüftungsschächte zurück in die Wohnung gelangen.
  • Er führt zu einer dauerhaften Innenraumbelastung, die sich nur schwer beseitigen lässt. 

Lüften allein reicht nicht – Tertiärrauch kann lange in der Wohnung bleiben.

Ist diese Innenraumbelastung gesundheitsschädlich?

Vielleicht haben Sie bereits Kopfschmerzen, Übelkeit oder Reizungen an Augen, Nase oder Rachen bemerkt – das sind direkte Auswirkungen. Darüber hinaus steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt), Atemwegserkrankungen und Krebs deutlich an. Bei chronischer Exposition erhöht sich insbesondere das Risiko für Lungenkrebs – auch dann, wenn Sie selbst nicht rauchen, sondern nur dem Rauch ausgesetzt sind.

Passivrauch, der sich in Ihre Wohnung eingeschlichen hat, stellt eine reale Gefahr für Ihre Gesundheit dar. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Einige Ansätze stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Weitere praktische Lösungen finden Sie in den nächsten Abschnitten.

Lösungsansätze

Gegen Rauchinfiltrationen können verschiedene Massnahmen ergriffen werden:

1/ Quellen identifizieren

Finden Sie heraus, wo genau der Rauch eindringt.
Wenn Sie nicht weiterkommen, ziehen Sie Fachleute (z.
B. Lüftungs- oder Schadstoffexperten) hinzu.

2/ Abdichtung verbessern

Anbringen von Dichtungen an Fenstern und Türen

Abdichten von Steckdosen, Schaltern, Rissen, Rohrdurchlässen

Montage von Zugluftstoppern unter Türen

Auch hier kann ein Fachbetrieb helfen.

3/ Raumluft reinigen

Einsatz eines Luftreinigers mit HEPA-Filter (Hocheffizienz-Partikelfilter) und Aktivkohlefilter

Überprüfung und Wartung bestehender Lüftungssysteme

4/ Mit Nachbarinnen und Nachbarn sprechen

Das Gespräch ist oft der erste Schritt. Vielen Rauchenden ist nicht bewusst, dass ihr Rauch in andere Wohnungen gelangt.

5/ Rechtliche oder verwaltungstechnische Schritte

Melden Sie die Rauchbelästigung bei Ihrer Hausverwaltung oder Vermieter.

Falls keine Reaktion erfolgt, kontaktieren Sie eine Schlichtungsstelle, Ihren Mieterverband oder ziehen Sie rechtliche Schritte in Betracht.

Quellen: