Personen mit Gesundheitsproblemen

Bereits geschwächtes Gewebe und ein angegriffenes Immunsystem reagieren deutlich empfindlicher auf die Schadstoffe im Tabakrauch.
Die Folge: Krankheitsverläufe verschärfen sich, neue Gesundheitsprobleme können entstehen.

Wer ist besonders betroffen?

Menschen mit Atemwegserkrankungen (Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung – COPD) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besonders anfällig für Passivrauchen. Die Exposition gegenüber Rauch erhöht:

  • die Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen
  • den Lungenfunktionsverlust bei Personen mit COPD
  • das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • systemische Entzündungen (z. B. COVID), wodurch Betroffene anfälliger für andere Krankheitserreger werden

Diese Effekte lassen sich durch die zahlreichen toxischen und reizenden Substanzen im Tabakrauch erklären, darunter Benzol, Formaldehyd, Feinstaub, Acrolein, tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese Stoffe wirken reizend, entzündungsfördernd und teils krebserregend. Bei Menschen mit bereits geschädigtem Gewebe – etwa in den Atemwegen oder Blutgefässen – können sie besonders leicht eindringen und dort verstärkte Schäden verursachen.

Forschung liefert eindeutige Ergebnisse

  • Eine Studie der Oregon Health & Science University zeigt: Mäuse, die chronisch Passivrauch ausgesetzt sind, entwickeln kognitive Defizite, Stoffwechselveränderungen im Gehirn und verlieren an Körpergewicht – vor allem männliche Tiere. Dies deutet auf eine erhöhte Empfindlichkeit neurologisch vorerkrankter Personen hin (Raber et al., 2021).

 

  • Eine US-Kohortenstudie mit über 70 000 Nichtrauchenden belegt: Wer in der Kindheit dauerhaft Passivrauch ausgesetzt war, hat ein 31 % höheres Risiko, später an COPD zu sterben (Diver et al., 2018).

Für Menschen mit Vorerkrankungen ist Passivrauchen besonders gefährlich

Schon geringe Mengen Tabakrauch können:

  • bestehende Krankheiten verschlimmern,
  • das Immunsystem zusätzlich schwächen und
  • das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen deutlich erhöhen.

Jede Form der Vermeidung von Tabakrauch schützt –

und ist ein wichtiger Schritt für mehr Gesundheit und Lebensqualität.

Referenzen

  • Costantino, S., Torre, A., Foti Randazzese, S., Mollica, S. A., Motta, F., Busceti, D., Ferrante, F., Caminiti, L., Crisafulli, G., & Manti, S. (2024). Association between Second-Hand Exposure to E-Cigarettes at Home and Exacerbations in Children with Asthma. Children, 11(3), 356. https://doi.org/10.3390/children11030356
  • Diver, W. R., Jacobs, E. J., & Gapstur, S. M. (2018). Secondhand Smoke Exposure in Childhood and Adulthood in Relation to Adult Mortality Among Never Smokers. American journal of preventive medicine55(3), 345–352. https://doi.org/10.1016/j.amepre.2018.05.005
  • Öberg, M., Jaakkola, M. S., Prüss-Üstün, A., Peruga, A., Woodward, A., & Organization, W. H. (2010). Global estimate of the burden of disease from second-hand smoke. World Health Organization. https://iris.who.int/handle/10665/44426
  • Raber, J., Perez, R., Torres, E. R. S., Krenik, D., Boutros, S., Patel, E., Chlebowski, A. C., … Kisby, G. (2021). Effects of chronic secondhand smoke (SHS) exposure on cognitive performance and metabolic pathways in the hippocampus of wild‑type and human tau mice. Environmental Health Perspectives, 129(5), Article 057009. https://doi.org/10.1289/EHP8428