Passivrauchen: Wie spricht man das Thema mit den Nachbarn an?

Sie riechen Rauch, Shisha oder E-Zigaretten, der in Ihre Wohnung dringt. Es ist Ihr Nachbar, der nach der Arbeit raucht, genau dann, wenn Ihre Kinder vor dem Essen spielen. Das ist unangenehm und gesundheitsschädlich, aber wie sagen Sie es ihm, damit sich die Situation ändert?

Auf dieser Seite finden Sie Tipps für die Kommunikation, die alle auf psychologischen Ansätzen basieren. Ausserdem finden Sie hier eine Vorgehensweise für den Fall, dass diese ersten Kontakte nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

Unser Tipp: Führen Sie ein Tagebuch

Bevor Sie die unten beschriebenen Schritte unternehmen, empfehlen wir Ihnen, zu notieren, wann Sie Rauch in Ihrer Wohnung wahrnehmen, und dies in einem Tagebuch festzuhalten. Eine Beobachtung zeigt das Ausmass des Problems auf und ermöglicht es Ihnen, mit objektiven Fakten zu argumentieren. Sie können diese Informationen zu entscheidenden Zeitpunkten verwenden, um zu zeigen, dass es sich nicht um ein Einzelfallproblem handelt, sondern um ein häufig auftretendes Problem.

Gespräch suchen

Es ist gut möglich, dass Ihr Nachbar nicht bemerkt, dass sein Rauch in Ihre Wohnung gelangt. Dieses Gespräch bietet die Gelegenheit, sich auszutauschen und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Es ist daher wichtig, Ihren Gesprächspartner als Partner bei der Lösung des Problems zu sehen und nicht als Gegner.

Wählen Sie einen ruhigen Moment.

Das Gespräch

wohlwollenden Ton
Beginnen Sie mit einem Satz, der einen wohlwollenden Ton vermittelt: «Guten Tag, ich möchte ein kleines Problem ansprechen, das ich habe. Vielleicht können wir gemeinsam eine Lösung finden.»
keine Anschuldigungen oder feindseligen Äusserungen

Verwenden Sie keine Anschuldigungen oder feindseligen Äusserungen. Sagen Sie also nicht «Ihr Rauch ist unerträglich und muss aufhören», sondern eher «Wenn ich Rauch in meiner Wohnung rieche, habe ich Atembeschwerden/meine Kinder husten». Sprechen Sie also über Ihre Erfahrungen und nicht darüber, was der andere «falsch» macht.

wie der Rauch in Ihre Wohnung gelangt

Sprechen Sie dann darüber, wie der Rauch in Ihre Wohnung gelangt und welche Lösungen Sie gemeinsam finden könnten. Zum Beispiel: «Ich habe bemerkt, dass der Rauch oft durch meine Fenster hereinkommt und das ist ein Gesundheitsproblem für mich. Könnten wir darüber sprechen, wie wir es für uns alle angenehmer machen könnten?»

Schlagen Sie Lösungen vor, ohne diese aufzuzwingen

Ändern Sie die Zeiten, zu denen die Aktivität ausgeübt wird. Wechseln Sie den Ort.

Bleiben Sie offen für den Dialog

Hören Sie Ihrem Gesprächspartner zu. Versuchen Sie, mit konkreten Massnahmen eine Einigung zu finden.

Wenn das Problem durch eine gütliche Einigung nicht gelöst werden kann, können Sie folgende Schritte unternehmen.

Schreiben Sie einen Brief an Ihren Nachbarn

Dieser Schritt ist nicht zwingend erforderlich, aber ein schriftliches Schreiben kann Ihrer Anfrage mehr Gewicht verleihen. Wenn Sie weitere Schritte unternehmen, verleiht ein schriftliches Dokument Ihren ersten Schritten zudem mehr Offizielles. In unserem Abschnitt Musterbriefe finden Sie einen Musterbrief, den Sie bei Bedarf anpassen können.

Wann sollte man eine Nachbarschaftsmediation in Anspruch nehmen?

Bevor Sie sich schriftlich an den Vermieter wenden, kann es sinnvoll sein, eine Mediation in Anspruch zu nehmen. Dieser freiwillige Schritt ermöglicht es, Spannungen abzubauen und mit Hilfe einer neutralen dritten Partei ausgewogene Lösungen zu finden.

Warum Mediation?

Sie fördert den Dialog, bewahrt die nachbarschaftlichen Beziehungen und kann eine Eskalation des Konflikts verhindern. Ihr Ziel ist es, eine Verschärfung der Situation zu vermeiden, was bei Nachbarschaftsproblemen natürlich vorzuziehen ist.

Wann sollte sie vorgeschlagen werden?

Wenn nach einem ersten Gespräch mit der betroffenen Person das Problem weiterhin besteht, aber ein Dialog noch möglich ist, empfiehlt sich eine Mediation. Der Mediator kann beiden Parteien helfen, Kompromisse zu finden, die für alle akzeptabel sind, ohne dass es unbedingt zu einer Abmahnung oder rechtlichen Zwangsmassnahmen kommen muss.

Und wenn das nicht ausreicht?

Wenn keine Lösung gefunden wird oder die Person jede Diskussion ablehnt, kann der Vermieter eingeschaltet werden.
Die Mediation ist oft kostenlos oder kostengünstig. Viele Gemeinden oder Vereine bieten diesen Service an.

Wenn sich nichts ändert, warnen Sie Ihren Nachbarn, dass Sie die Situation Ihrem Vermieter melden werden.

Wichtig!

Menschen, die dieses Problem erlebt haben, stellen im Nachhinein oft fest, dass sie noch mehr auf den Dialog hätten setzen sollen, um die nächsten Schritte zu vermeiden. Diese erfordern Zeit, Energie und möglicherweise Geld.

Schreiben Sie einen Brief an Ihren Vermieter

Wenn Ihr Versuch, mit dem rauchenden Nachbarn ins Gespräch zu kommen, scheitert, können Sie den Vermieter per Einschreiben über die Situation informieren. Es empfiehlt sich, Ihrem Schreiben ein Tagebuch beizufügen, in dem Sie die Zeiten und die Intensität der Belästigungen beschreiben, um die Beeinträchtigungen klar zu dokumentieren.

Auf unserer Seite finden Sie ein Musteranschreiben an den Vermieter, das Sie mit den Informationen zu Ihrer Situation ergänzen können.

Wenden Sie sich an einen Mieterverband oder Ihren Rechtsschutz

Wenn sich die Situation nicht ändert, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können sich schriftlich an einen Mieterverband wenden und ihm das Problem schildern (Tipps finden Sie hier).

Mieterverband

In der Schweiz spielen diese Verbände eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Mieterrechte und haben oft mehr Gewicht als eine einzelne Person gegenüber einer Verwaltungsgesellschaft oder einem Vermieter. Ihre Intervention kann somit die Lösung des Konflikts erleichtern oder strukturiertere Schritte ermöglichen. Unter diesem Link finden Sie die Adressen der verschiedenen Mieterverbände in der Schweiz. Die Mitgliedschaft in diesen Verbänden erfordert in der Regel die Zahlung eines jährlichen Beitrags, aber Sie erhalten dafür Zugang zu Rechtsberatung, persönlicher Betreuung und manchmal auch zu Hilfe bei Verfahren.

Rechtsschutz

Wenn Sie sich nicht an einen Mieterinnen- und Mieterverband wenden, sollten Sie sicherstellen, dass Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen. Falls Sie eine solche Versicherung haben, kontaktieren Sie sie, bevor Sie formelle Schritte einleiten. Rechtsschutzversicherungen übernehmen oft die Kosten im Zusammenhang mit Mietkonflikten: Rechtsberatung, Verfassen offizieller Schreiben, Abmahnung des Vermieters oder der Verwaltung und gegebenenfalls Begleitung bei einem Schlichtungs- oder Gerichtsverfahren. Sie können zudem Gutachten finanzieren (z. B. Messungen der Luftbelastung, ärztliche Bescheinigungen). Die meisten verlangen jedoch, dass sie vor Einleitung von Massnahmen informiert werden, um die Kosten zu übernehmen; prüfen Sie deshalb Ihre Versicherungsbedingungen und melden Sie das Problem frühzeitig, um optimal unterstützt zu werden.

Weitere mögliche Hilfestellungen

• Eine auf Mietrecht spezialisierte Anwaltskanzlei.
• Eine kommunale oder kantonale Stelle: Einige Gemeinden bieten kostenlose Rechtsberatung für Mieter an. Erkundigen Sie sich vor Ort.