Was ist Passivrauch?
Jegliche Exposition gegenüber Passivrauch ist gefährlich. Denn selbst geringe Mengen können die Gesundheit schädigen. Sekundärrauch ist der Rauch, der von Personen in der Nähe des Rauchers eingeatmet wird; er ist giftiger als der Rauch, den der Raucher selbst einatmet. Tertiärrauch besteht aus unsichtbaren Rauchrückständen, die sich überall festsetzen (Kleidung, Möbel, Wände …) und monatelang bestehen bleiben. Diese Rückstände können sich mit der Zeit anhäufen.
Kinder sind am stärksten gefährdet: Sie spielen auf dem Boden, nehmen Gegenstände in den Mund, atmen schneller und haben ein noch unreifes Immunsystem.
Eine 100 % rauchfreie Umgebung ist der einzige wirksame Schutz.
Passivrauch
Passivrauchen ist das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch aus der Umgebung. Passivrauch besteht aus dem ausgeatmeten Rauch des Rauchenden und dem Rauch, der direkt aus der Zigarette (Nebenstromrauch) oder aus anderen brennenden Tabakprodukten austritt. Von Passivrauchen spricht man, weil auch Nichtrauchende gesundheitlich beeinträchtigt werden können, wenn sie einen Raum mit einem oder mehreren Rauchenden teilen.
Es ist wichtig zu wissen, dass jeglicher Passivrauch gefährlich ist. Studien haben gezeigt, dass er mehr als 7000 chemische Substanzen enthält, von denen mindestens 70 als krebserregend anerkannt sind (Benzol, Formaldehyd, Arsen usw.).
Die Auswirkungen des Passivrauchens auf die Gesundheit sind zahlreich: Es erhöht das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen sowie Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Ohren, Nase, Hals) und es kann Asthma verschlimmern. Kinder, Schwangere und ältere Menschen sind besonders gefährdet.
Passivrauchen ist nicht auf die klassische Zigarette beschränkt. Wasserpfeifen, erhitzter Tabak, E-Zigaretten, Cannabis, Zigarren und Pfeifen geben ebenfalls Substanzen ab, die für Menschen und Haustiere schädlich sind.
Die verschiedenen Formen des Passivrauchens
Sekundärrauch
Passivrauch (oder secondhand smoke) ist der Rauch, den man einatmet, wenn man sich in unmittelbarer Nähe einer glimmenden Zigarette oder eines Rauchers befindet, der den Rauch ausatmet.
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Er ist die bekannteste Form des Passivrauchens. Dieser Rauch besteht zu 85 % aus dem Rauch, der direkt aus der Zigarette austritt, und zu 15 % aus dem ausgeatmeten Rauch. Er ist giftiger als der vom Raucher selbst eingeatmete Rauch, da er weniger gefiltert und reicher an Feinstaub und chemischen Substanzen ist. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Konzentrationen krebserregender Stoffe (wie Nitrosamine) im Passivrauch höher sind als im direkt eingeatmeten Rauch.
Innerhalb weniger Minuten in einem geschlossenen Raum können die Schadstoffkonzentrationen auf Werte ansteigen, die höher sind als auf einer viel befahrenen Autobahn.
Tertiärrauch:
eine unsichtbare, aber andauernde Gefahr
Tertiärrauch ist in der Öffentlichkeit weniger bekannt, stellt aber eine echte Bedrohung dar. Er bezeichnet die chemischen Rückstände aus dem Zigarettenrauch, die sich auf allen Oberflächen ablagern: Wände, Vorhänge, Möbel, Kleidung, Haare, Haut, Teppiche usw. Diese Stoffe können sich im Laufe der Zeit auch allmählich anreichern.
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Die Stoffe lassen sich nicht einfach durch Lüften oder Putzen entfernen. Einige können mehrere Monate oder sogar Jahre erhalten bleiben, während sie weiterhin giftige Partikel in die Raumluft abgeben. Auch wenn alle Gerüche verschwunden sind, bleiben die Stoffe aktiv. Sie können auch mit anderen Verbindungen in der Umwelt (wie Ozon oder Ammoniak) interagieren und so neue Karzinogene bilden.
Warum sind Kinder besonders gefährdet?
- Sie krabbeln oder spielen auf dem Boden, wo sie in direktem Kontakt mit kontaminierten Oberflächen stehen.
- Sie nehmen häufig Gegenstände in den Mund.
- Ihr Immunsystem befindet sich noch in der Entwicklung.
- Sie atmen schneller als Erwachsene, was ihre relative Exposition erhöht.
Selbst ein Raum, in dem in Gegenwart eines Kindes nicht geraucht wird, kann eine Gefahr darstellen, wenn dort zuvor Tabak konsumiert wurde.
Der einzige wirksame Schutz ist eine 100 % rauchfreie Umgebung.
Was wir tun können, um uns und andere zu schützen
- Rauchen Sie niemals in geschlossenen Räumen, auch nicht in der Nähe eines offenen Fensters.
- Vermeiden Sie das Rauchen in Autos, insbesondere wenn andere Passagiere anwesend sind.
- Reinigen Sie kontaminierte Oberflächen regelmässig, aber seien Sie sich bewusst, dass keine Reinigung die Abwesenheit von Rauch ersetzt.
- Informieren Sie Angehörige und Eltern über die Gefahren des Tertiärrauchens, insbesondere für kleine Kinder.
- Unterstützen Sie Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung des Rauchens.
Wie ist die Gesetzgebung ?
Das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen verbietet seit 2010 das Rauchen in geschlossenen Räumen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind oder als kollektiver Arbeitsplatz dienen.



